Frühling auf Thassos
Die Reise, an der ich teilnahm, fand vom 16. bis 23. Mai 2009 statt. Über diese Reise möchte ich meine Eindrücke mitteilen: Ich glaube auch im Namen aller 9 Teilnehmer sagen zu können, dass diese Reise ein schönes und unvergessliches Erlebnis für uns bleiben wird.
Der Reisetermin- Mitte Mai - war sehr gut gewählt; wir hatten ein sehr angenehmes Wetter, optimal für eine Wanderung. Die Unterbringung auf der Insel im Hotel war bestens. Hier hat unser Reiseleiter, Herr Georg Schmid, ein Hotel ausgewählt, dessen Wirt lange Jahre in Deutschland gelebt hat, und daher die Erwartungen der deutschen Gäste gut kennt. Er und seine ganze Familie, alle deutschsprechend, haben für uns rührend gesorgt. Sauberkeit und Ordnung in den Zimmern, die Bedienung beim Frühstück und Abendessen fanden wir ausgezeichnet. Die Möglichkeit, dass wir abends oft das Essen für den nächsten Tag selbst wählen durften, trug zum Entstehen einer häuslichen Atmosphäre im Hotel bei. Der Wirt hat sich sehr um unser Leibwohl bemüht, und die von ihm in der Nacht geangelten Fische als Abendessen zubereitet.
Über die Organisation der Wanderungen: Schorsch, der Reiseleiter, hat für unsere Gruppe zwei Leih - PKW´s organisiert, mit denen wir bei der Ankunft auf der Insel - nach der Überfahrt mit der Fähre vom Festland - zum Hotel transferiert wurden. Diese PKW´s standen uns auch während des ganzen Aufenthalts auf Thassos zur Verfügung. Sie haben uns zu den verschiedenen Wander-Ausgangspunkten befördert, bzw. nach der Wanderung zurück zum Hotel gebracht. Als Wanderausgangspunkte waren Ortschaften ausgewählt, wo wir diverse Sehenswürdigkeiten (archäologische Objekte, Kloster, malerische Dörfer, etc.) besuchen konnten. Hier möchte ich Schorsch ein Kompliment aussprechen - seine Zeiteinteilung während aller Tageswanderungen war immer bestens. Die Gruppe bestand aus Leuten mit verschiedener Gehleistung - einige jünger und kräftiger, andere nicht mehr so jung, bzw. nicht so kräftig. Die Dauer einer Wanderung mit 3 bis 4 Stunden war optimal gewählt. Schorsch ist es gelungen, die Gruppe so zu führen, dass alle am Ende der Wanderung zufrieden waren.
Was haben wir bei den Wanderungen gesehen? Viel, in der (leider) kurzen Zeit. Die Insel bietet viel Interessantes. Man konnte an einem Tag sowohl archäologische Objekte oder/und alte orthodoxe Kirchen/Kapellen einer Ortschaft besuchen, als auch die heutigen Ortschaften erkunden (Aliki, Limenas, Theologos, Potos, Kalivia, Limenaria, Panagia, Maries, Potamia). Besonderen Eindruck hat der Besuch im Kloster Archangelou (Erzengel Michael Kloster) gemacht. Das Kloster, wie eine Burg aufgebaut, bietet die Möglichkeit, die Klosterkapelle mit sehr alten Ikonen zu besuchen (Eine Abbildung der Ikone des Erzengels Michael liegt diesem Bericht bei). Dort konnte man auch alten (oder „veralteten“) christlichen Bräuchen und Sitten begegnen. Eindrucksvoll (auch lustig!)war die Tatsache, dass die Frauen nicht in Hosen das Kloster betreten durften. Den „ahnungslosen“ Besucherinnen hat die Klosterverwaltung „großzügig“ Leihröcke zur Verfügung gestellt. Beim Besuch des ehemaligen Kriegshafens und der antiken Oberstadt in Limenas haben wir viele Eindrücke gesammelt. Lehrreich war auch der Besuch des alten Friedhofs in Panagia und der Steinernen Brücke in Theologos. Die Geschichte der neuen Zeit hat auch auf Thassos einige Spuren hinterlassen. In Limenaria konnten wir das z.Z. unbewohnte Gebäude mit dem Namen Palataki “Kruppvilla“, vor dem 2.Weltkrieg von KRUPP gebaut, besuchen. Auch alte Hochöfen und Sortieranlagen waren dort zu sehen.
Die Inselnatur hat auch in unserem Wanderplan einen Platz gehabt. Daher haben wir den Alikistrand besucht. Wer schwimmen wollte, hatte Zeit genug dafür. Die Strandbesichtigung „Paradies Beach“ in Potos war ein stimmungsvolles Erlebnis mit einem kalten Getränk bei Sonnenuntergang. Besucht haben wir auch „Golden Beach“ bei Potamia, laut Reiseführer, einer der schönsten Strände auf Thassos, mit feinem Sand und kristallblauem Wasser. Den einzigen See auf Thassos - hoch im Gebirge - haben wir, ausgehend von der Ortschaft Maries, besucht. Ein interessantes Objekt einer Wanderung war der Besuch des Marmorsteinbruchs bei Limenas. Zahlreiche kleine und gemütliche Dorf-Tavernen, Strandrestaurants und Eisdielen haben wir bei Ortsbesichtigungen gerne aufgesucht, um uns zu stärken.
An dieser Stelle ist die kompetente Führung unseres Leiters hervorzuheben. Er war sehr gut über die besuchten Objekte informiert, hat auch ausgezeichnete Orientierungsfähigkeiten bewiesen und arbeitete professionell mit Karten. Diese Eigenschaften unseres Leiters ermöglichten, dass wir unsere Wanderwoche ohne Reibungen durchführen konnten. Er war immer bereit, auf alle Fragen zu antworten und passte immer gut auf uns auf. Dafür sagen wir ihm besten Dank!Unser Dank geht auch an die DAV-Sektion Düsseldorf, die diese Tour in ihren Kalenderplan 2009 aufgenommen hat. Ich habe an zahlreichen Wanderungen (Sommer und Winter) teilgenommen, aber die Wanderung „Frühling (2009) auf Thassos“ wird immer in guter Erinnerung bleiben.
Dr. Nicolas Schulmann



