Mallorca

Auf Schmugglerpfaden...

30.12.2025

Im Herbst 2025 waren Jeanette und Johanna auf Mallorca unterwegs und haben die Insel von einer etwas anderen Seite erkundet. Hier ist ihr Bericht.

Schon lange stand bei uns der sog. „alte Schmugglerpfad“ auf der Agenda, auch Ruta de Pedra en Sec (zu Deutsch: Route der Trockensteinmauern) genannt, dem einen oder anderen vielleicht auch unter dem etwas bürokratischen Kürzel „GR221“ bekannt. Im Herbst 2025 bot sich schließlich die Gelegenheit, diese mehrtägige Wanderreise zu starten. Dabei offenbarte sich uns ein sehr ursprüngliches Mallorca: wilde Berglandschaften, einsame Buchten, charmante Bergdörfer, am Himmel kreisende Mönchsgeier und jede Menge Natur. Während der gesamten Tour behielten wir zudem im Blick, ob sich diese Route auch für eine geführte Gruppenwanderung eignen könnte.

Der GR221 ist ein Fernwanderweg von rund 145 Kilometern Länge mit etwa 6.000 Höhenmetern im Auf- und Abstieg. Er führt von Port d’Andratx im Süden bis nach Port de Pollença im Nordwesten durch die Serra de Tramuntana. Das Gebirge erreicht Höhen bis zu 1.436 Metern und zeigt ein Mallorca, das sich deutlich vom touristisch geprägten Bild der Insel unterscheidet, und das hat durchaus seinen Reiz. Gerade durch die teilweise schwere Erreichbarkeit hat sich hier viel Ursprünglichkeit erhalten. Nicht nur wegen der eindrucksvollen Natur, sondern auch aufgrund ihres kulturellen Erbes wurde die Serra de Tramuntana 2011 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Wer also einmal einen Fernwanderweg erwandern möchte, findet hier ein lohnendes Ziel.

Mallorca ist heute von Düsseldorf aus mehrmals täglich per Flugzeug erreichbar, was die Planung deutlich erleichtert. Wir starteten unsere Wanderung in Esporles, von dort ging es in mehreren Tagesetappen bis Port de Pollença. Grundsätzlich kann jeder Ort entlang der Strecke als Startpunkt gewählt werden; alle sind gut mit dem Bus erreichbar. Wer es eiliger hat, ruft ein Taxi.

Übernachtet haben wir überwiegend in den urigen Berghütten, den sogenannten Refugios, mit einer Ausnahme im wohl meistbesuchten Dorf Spaniens: Valldemossa. Das charmante Bergdorf wurde unter anderem durch den Komponisten Frédéric Chopin bekannt, der um 1838 in der heutigen Kartause lebte. Sein Erbe wird dort ganzjährig gepflegt und sichtbar gehalten. In Valldemossa übernachteten wir bei einem echten Orts-Einheimischen, der uns in seinem typischen mallorquinischen Häuschen ein Zimmer mit Küche und Bad vermietete. Aber zugegeben: Wir waren ein wenig erleichtert, als diese Nacht vorbei war.

Doch zurück zu den Hütten: Im Vergleich zu Alpenvereinshütten sind die Refugios schlicht ausgestattet und bieten meist nur eine sehr überschaubare Speisenauswahl, nicht selten gibt es nur ein einziges Gericht, dann allerdings stets sehr schmackhaft. Zudem sind die Hütten für mallorquinische Verhältnisse ausgesprochen günstig und stellen insgesamt eine empfehlenswerte und authentische Unterkunft dar.

Fazit: Der GR221 bietet einen anspruchsvollen Wanderurlaub, der Berge, Meer und kulturelle Höhepunkte in sportlichen Etappen miteinander verbindet. Ob der gesamte Fernwanderweg oder einzelne Abschnitte künftig als geführte Tour über die Sektion angeboten werden, ist derzeit noch offen; ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht. Lasst euch also überraschen.

Fotos und Bericht: Jeanette Zimmermann